Informationen Fischland-Darss- Zingst

Nirgendwo an der Ostseeküste vollziehen sich Landabtragung und Landbildung so dynamisch, in so kurzer Zeit und auf so engem Raum wie im Nationalpark "Vorpommersche Boddenlandschaft". Nirgendwo sonst liegen Steilufer und Flachküste, Landzungen und Strandseen, Bodden, Dünen, Wälder, Moore, Salzwiesen und Schilfgürtel so dicht beieinander. In einem Nationalpark darf sich die Natur auf dem größten Teil der Fläche nach ihren eigenen Gesetzen und Regeln entwickeln. "Natur Natur sein lassen" ist das Motto dieser Schutzgebiete. Natürliche Dynamik ist hier der Motor der Veränderungen. Ein Nationalpark gewährt uns faszinierende Einblicke in die geniale Werkstatt der Natur, in den ständigen Kreislauf von Werden und Vergehen. Wir werden Zeugen einer natürlichen Entwicklung, die unzählige kleine und große Lebensräume entstehen lässt - die Voraussetzung für Artenvielfalt. Der Nationalpark "Vorpommersche Boddenlandschaft" ist Teil eines weltumspannenden Biotopverbundes und damit Trittstein für wandernde Arten, zum Beispiel für Hunderttausende von Zugvögeln, die die Region Jahr für Jahr besuchen.

Der Zingst - oder die Halbinsel Zingst - setzt sich als lang gestreckte Zunge östlich an den Darß an. Noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Zingst eine Insel. Erst mit Schließung des Prerow-Stroms bekam Zingst über Darß-Fischland Landanbindung nach Ribnitz. Mit dem Bau der Meiningenbrücke im Jahr 1910 wurde auch Verbindung zum gegenüberliegenden Festland, damit verbunden zur Stadt Barth, hergestellt. Eine Besonderheit auf dem Zingst ist das große Weißdünenfeld von Pramort auf dem Ostzingst. Mit mehr als 13 Metern Höhe ist die Hohe Düne von Pramort zugleich eine der höchsten Weißdünenlandschaften an der deutschen Ostseeküste. Diese Düne, die Hohe Düne von Pramort, ist eine äußerst sensible Landschaft, die durch jeden Fußtritt Schaden nehmen würde. Eigentlich gehört der Mensch hier gar nicht hin. Schade, denn Sie wollen die natürlichen Prozesse im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft miterleben, wollen Einblick nehmen in die Werkstatt der Natur? Das sollen Sie auch.

Selbsterkundung auf Bohlensteg und Turm
Einstellen müssen Sie sich allerdings auf eine Tour von zwanzig Kilometern Länge. Der größte Teil kann mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, aber eine Reststrecke von zwei Kilometern bleibt für zu fuß. Durch die imposante Dünenlandschaft führt ein Bohlensteg. Von ihm aus erleben Sie die Dünen hautnah. Das Erlebnis wird noch gesteigert, wenn Sie auf den am Ende des Weges stehenden Turm hinaufsteigen. Jetzt blicken Sie auf die Dünenzüge, blicken auf eine unberührte Landschaft, können förmlich miterleben, wie der karge Boden allmählich und mühsam von Pflanzen erobert wird. Hinweg über die beeindruckende Dünenlandschaft schweift der Blick weiter über flache Wiesen zu den Boddengewässern, den Lagunen der Ostsee, dem Alleinstellungsmerkmal des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Bis zum Horizont Wasser, mittendrin sich weit vor streckendes Land - das ist die Insel Hiddensee -, so stellt sich der Blick auf die Ostsee dar. Unmittelbar vor dem Turm, am Strand haben Sandregenpfeifer, Seeschwalben und andere Vögel ihre Lebensräume. Dieser Bereich ist für Sie tabu.

Im Nationalpark "Vorpommersche Boddenlandschaft" stehen Sie als staunender Beobachter inmitten der Natur. Ob es die Abtragungs- und Anlandungsprozesse entlang der Küste sind, die großen rastenden Vogelschwärme oder die vielen kleinen Entdeckungen am Wegesrand - Sie können hautnah dabei sein.

Quelle: http://www.fischland-darss-zingst.de